sphings-dev.de

Marstek BLE Control: Firmware aus dem Archiv direkt im Browser

Wer einen Venus-Speicher mit Marstek BLE Control aktualisieren wollte, musste das passende Image bisher selbst besorgen: im Firmware-Archiv den richtigen Ordner finden, die Datei herunterladen und sie anschließend in der Update-Karte auswählen. Diesen Umweg spart die Weboberfläche jetzt. Sie fragt das Archiv selbst ab und bietet nur die Images an, die zum verbundenen Modell gehören.

BLE Control gibt es in zwei Formen aus demselben Build: gehostet unter sphings-dev.de/marstek/control, wo der Browser per Web Bluetooth direkt mit dem Speicher spricht, und aus dem Flash der Marstek BLE Bridge. Beide teilen sich die Versionsnummer. Dieser Beitrag geht um die Browser-Version; die gehostete Seite hat den Stand 1.3.15 und braucht kein Update, ein Neuladen genügt.

So funktioniert die Auswahl

Auf der Karte für das Firmware-Update steht neben der Dateiauswahl der Knopf „Aus Archiv wählen“. Er erscheint nur, wenn ein Gerät verbunden ist, für das das Archiv Images führt: Venus A, Venus D und Venus E 3.0. Der Dialog listet die Firmware für das erkannte Modell, gruppiert nach Komponente (Control, BMS, Micro) in einklappbaren Abschnitten, die neueste Version jeweils oben und mit den Release Notes aus dem Archiv. Die Version, die gerade auf dem Speicher läuft, ist als „Installiert“ markiert.

Technisch lädt die Seite dafür eine einzige Datei: index.json aus dem Archiv, eine flache Liste aller flashbaren Images mit Größe und SHA-256-Summe. Sie kommt von raw.githubusercontent.com, nicht über die GitHub-API, die pro Stunde nur eine begrenzte Zahl Anfragen erlaubt. Ein Konto oder Token ist nicht nötig.

Prüfungen vor dem Flashen

Nach der Auswahl lädt BLE Control das Image herunter und vergleicht zuerst Dateigröße und SHA-256-Summe mit den Angaben im Index. Stimmt eins davon nicht, bricht der Vorgang mit einer Fehlermeldung ab. Danach durchläuft die Datei genau dieselbe Analyse wie eine von Hand ausgewählte: Modell und Zielkomponente werden aus dem Image gelesen und mit dem verbundenen Gerät abgeglichen. Ein Image für das falsche Modell wird gemeldet statt geflasht.

Der Start selbst fragt einmal kurz nach, ob das Update wirklich beginnen soll. Ist es durch, leert die Seite die geladene Datei, damit der Startknopf nicht versehentlich ein zweites Mal ausgelöst wird. An der Grundregel ändert die bequemere Auswahl nichts: Ein abgebrochenes oder falsches Update kann ein Modul unbrauchbar machen. Der Browser-Tab bleibt offen und das Gerät mit dem Browser in Bluetooth-Reichweite, bis die Übertragung fertig ist.

Testversionen lesbar

Speicher und Archiv führen Versionen als reine Ziffern. Vierstellige Werte sind Testbuilds, bei denen der Punkt weggelassen wurde: 1492 steht für 149.2. Die Oberfläche zeigt solche Versionen jetzt als „149.2 (Beta)“, im Archiv-Dialog ebenso wie in den Geräteinformationen. Dort sind außerdem alle Komponenten mit Namen aufgeführt: EMS, BMS, VNS und MPPT.

Was sich sonst geändert hat

  • Leistung: Lade- und Entladegrenze sind jetzt Regler von 0 bis zum Maximum in 50-W-Schritten. Die Leistungsklasse des Geräts behält ihre Knöpfe.
  • Bluetooth-Anzeige: Im Kopf steht das Bluetooth-Symbol mit dem dBm-Wert. Beim Verbindungsaufbau erscheint „verbinde…“ in Orange, bei abgerissener Verbindung „getrennt“ in Rot. Am Handy sitzen die Signalwerte in der fixierten Menüleiste und bleiben beim Scrollen sichtbar.
  • Gerätezeit: Die Karten für Zeitpläne und Gerätezeit erklären, woher der Speicher seine Uhrzeit bezieht – aus der Cloud oder vom Marstek Offline Endpoint.
  • Texte: einfachere Formulierungen, „SoC“ statt „State of Charge/Ladezustand“, die BLE-Befehlsnummern sind aus den Hinweisen verschwunden.
  • Werksreset: Die Knöpfe stehen oben in der Karte, und der zweite sagt ausdrücklich, dass er alle Daten löscht.

Dieselben Änderungen stecken in der Oberfläche der BLE Bridge; was dort zusätzlich dazukam, steht im Beitrag zur Bridge.

Voraussetzungen

Web Bluetooth gibt es unter Windows, macOS und Linux in Chrome und Edge, unter Android in Chrome. Unter iOS und iPadOS können weder Safari noch Chrome Web Bluetooth; dort funktioniert der kostenlose Browser Bluefy. Für die Archiv-Auswahl braucht der Rechner zusätzlich Internetzugang zu GitHub, die Steuerung des Speichers selbst bleibt lokal.

Tags

Zu den Projekten

Unterstützen

Diese Tools entstehen in meiner Freizeit und bleiben kostenlos, offen und cloud-frei. Wenn dir eins davon einen Nachmittag gespart hat, freue ich mich über einen Kaffee oder ein Stück Pizza.

Kaffee oder Pizza

Weitere Beiträge