Marstek BLE Control: Die Venus D im Browser steuern
Wer an einem Marstek-Venus-Speicher etwas ändern will, geht normalerweise über die Marstek-App und die Marstek-Cloud. Marstek BLE Control nimmt diesen Umweg heraus: Es ist eine statische Webseite, die per Web Bluetooth direkt mit dem Speicher redet. Das Release 1.0.0 bringt die Venus D mit, bestätigt auf echter Hardware.
Das Projekt ist ein Fork und eine Weiterentwicklung von Hypfer/venuscontrol, das die Venus A anspricht; das Reverse Engineering der Grundlagen stammt von Hypfer. Zuvor hieß es Venus Control, inzwischen Marstek BLE Control. Die App läuft im Browser unter sphings-dev.de und braucht keine Installation.

Was die Venus D bekommt
Die Oberfläche deckt ab, was man für den Betrieb ohne Cloud braucht:
- Zustand mit Ladezustand, Restenergie, Batterie-, Netz- und AC-Leistung, Notstromlast, PV-Eingängen und Energiehistorie für heute, den Monat und insgesamt.
- Betriebsmodus samt Zeitplänen mit Start und Ende sowie Lade- und Entladeleistung.
- Leistungsgrenzen und Geräte-Leistungsklasse (800 / 2200 / 2500 W), Entladetiefe, Peak Shaving mit einstellbarer Schwelle und ein Offset für den Eigenverbrauch.
- CT-/Zähler-Einstellungen, ein Schalter für die lokale API (UDP-JSON-RPC auf dem Gerät), Gerätezeit setzen, Geräteinfo, Zustand der Batteriemodule und Werksreset.
- Firmware-Updates per Bluetooth für Control/EMS, BMS, MPPT und Micro-Inverter.
Warum Bluetooth und nicht gleich die lokale API? Sie muss erst eingeschaltet werden, und das geht nur per Bluetooth oder über die Cloud-App. Die Oberfläche hat dafür einen Schalter.
Zuverlässigkeit
Geräteinfo und Betriebsmodus luden zunächst nicht, weil Antworten, die in mehreren Bluetooth-Notifications ankommen, nicht zusammengesetzt wurden. Das ist behoben; zusätzlich wird der erste Abruf nach dem Verbinden automatisch wiederholt. Die Zustandskarte wurde gegen Home Assistant geprüft: Die Felder für Batterie-, Netz-, AC- und Notstromleistung sind korrigiert und live bestätigt, und Netz = AC − Notstromlast stimmt bei Laden, Entladen und Notstrom-Tests. Auf kleinen Bildschirmen gruppiert ein Hamburger-Menü die Widgets.

Firmware-Updates über Bluetooth
Vor dem Senden wird das Image geprüft. Modell und Zielkomponente werden aus der Datei gelesen und mit dem verbundenen Gerät verglichen; eine Datei für das falsche Modell oder ein MPPT-Image, das als Control/EMS-Firmware gesendet würde, wird markiert statt geflasht. Trotzdem gilt: Ein unterbrochener oder falscher Flash kann ein Modul unbrauchbar machen. Der Browser-Tab muss offen bleiben und das Gerät in der Nähe.
Ohne Cloud: Netzmesswert per Shelly-Emulation
Damit die Batterie im Betrieb ohne Cloud regelt, braucht sie den Netzleistungs-Messwert. Sie erwartet einen Shelly Pro 3EM, aber alles im Subnetz, das auf UDP-Port 1010 lauscht und ihre Anfragen beantwortet, genügt. Der JSON-Parser der Firmware ist keiner, sondern sucht grob einen String-Offset und liest zwei Bytes dahinter eine Zahl. Entsprechend reicht eine Antwort in dieser Form:
a_act_power==${l1},b_act_power==${l2},c_act_power==${l3},total_act_power==${total}Ausgelesen wird der Speicher dann per Modbus TCP, etwa mit der Marstek Modbus Suite in Home Assistant. Zusammen mit Marstek BLE Control als Einrichtungswerkzeug fehlt in dieser Kette kein Marstek-Dienst. Cloud-Funktionen wie Arbitrage nach dynamischen Strompreisen sind bewusst nicht Teil des Projekts.
Browser
Auf dem Desktop werden Chrome oder Edge gebraucht, auf Android Chrome. Auf iOS und iPadOS unterstützen weder Safari noch Chrome Web Bluetooth – das ist eine Beschränkung von iOS. Der kostenlose Browser Bluefy bringt eine eigene Engine mit; die Seite wird darin geöffnet.
Wer den Speicher nicht in Bluetooth-Reichweite hat, findet in der Marstek BLE Bridge eine Lösung mit ESP32. Firmware-Dateien liegen im Firmware-Archiv, gesichert werden sie mit dem Firmware-Checker. Das Projekt ist inoffiziell und nicht mit Marstek verbunden.
Zum Projekt
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Marstek BLE Control
Cloud-freies Bedienfeld für Marstek Venus A, D und E 3.0 im Browser über Web Bluetooth: Betriebsmodus, Leistungsgrenzen, Peak Shaving, lokale API und Firmware-Updates per Bluetooth. Kein Konto, keine App.
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