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Marstek BLE Bridge flashen und einrichten

ESP32 im Browser mit der Bridge-Firmware flashen, ins WLAN bringen, Passwort setzen und den Marstek-Venus-Speicher verbinden – ohne Software-Installation.

Die Marstek BLE Bridge ist ein ESP32 (ein kleiner Mikrocontroller mit WLAN und Bluetooth), der die Bluetooth-Verbindung zu deinem Marstek-Venus-Speicher hält und sie über das Netzwerk weitergibt. Am Ende dieser Anleitung ist die Firmware aufgespielt, die Bridge im WLAN und die Bedienoberfläche des Speichers im Browser erreichbar. Das Projekt ist inoffiziell und steht in keiner Verbindung zu Marstek.

Vorbereitung

Geflasht wird direkt im Browser, du musst keine Software installieren. Das funktioniert über Web Serial, eine Browser-Funktion für den Zugriff auf USB-Geräte. Sie gibt es in Chrome und Edge auf dem Rechner, nicht in Safari und nicht auf dem Smartphone. Nimm auch Firefox besser nicht.

Der Web-Installer spielt derzeit eine Firmware für den klassischen ESP32 auf, also Boards mit ESP32-WROOM-32 wie das ESP32-DevKitC oder die üblichen NodeMCU-Boards. Der ESP32-S3 wird von der Firmware zwar unterstützt, steht im Web-Installer aber nicht zur Auswahl; für den S3 musst du die Firmware selbst bauen (ESP-IDF 5.5; die Schritte stehen im Repository unter „Selbst bauen“). Das Board braucht WLAN, Bluetooth LE und 4 MB Flash.

Stelle das Board später an einen Platz in Bluetooth-Reichweite des Speichers und in WLAN-Reichweite deines Routers. Zum Flashen genügt zunächst dein Schreibtisch.

  • Chrome oder Edge am Rechner
  • ESP32-Entwicklungsboard mit USB-Anschluss
  • USB-Kabel mit Datenleitungen (ein reines Ladekabel taucht am Rechner nicht auf)
  • Name und Passwort deines WLANs
  • Ein Marstek-Venus-Speicher in Bluetooth-Reichweite, zum Schluss

Firmware aufspielen

  1. Stecke das Board mit dem USB-Kabel an deinen Rechner.
  2. Öffne in Chrome oder Edge die Seite des Web-Installers: https://sphings79.github.io/marstek-ble-bridge/.
  3. Klicke auf „Verbinden und installieren“.
  4. Wähle im Fenster des Browsers den seriellen Port deines Boards aus und bestätige.
  5. Entscheide, ob der Speicher des Boards zuerst gelöscht werden soll. Bei einem neuen Board ist das unproblematisch; bei einer bereits eingerichteten Bridge gehen mit dem Löschen WLAN und Passwort verloren.
  6. Starte die Installation und warte, bis sie fertig ist. Sie dauert ein paar Minuten; schließe den Tab nicht und ziehe das Kabel nicht ab.

Der Installer zeigt einen Fortschritt und meldet am Ende, dass die Installation abgeschlossen ist. Erscheint in der Liste kein Port, findest du die Abhilfe unten unter „Wenn etwas nicht klappt“.

Einrichtung

WLAN eintragen

Nach der Installation fragt der Installer über dasselbe USB-Kabel nach deinem WLAN. Das funktioniert über Improv Wi-Fi, ein Verfahren, mit dem sich ein Gerät seine WLAN-Zugangsdaten vom Rechner übergeben lässt.

  1. Wähle dein WLAN aus oder trage den Namen ein.
  2. Gib das WLAN-Passwort ein.
  3. Bestätige und warte, bis die Bridge verbunden ist.

Der Installer nennt danach die Adresse, unter der die Bridge in deinem Netzwerk erreichbar ist. Notiere sie. Meist funktioniert auch http://marstek-bridge.local/.

Passwort setzen

Das erste Passwort lässt sich nur in den ersten zehn Minuten nach dem Start der Bridge vergeben. Das verhindert, dass eine laufende, noch nicht beanspruchte Bridge dauerhaft offen steht.

  1. Öffne die Adresse der Bridge in einem Browser auf einem Rechner oder Smartphone in deinem Netzwerk.
  2. Lege ein Passwort für die Bridge fest.
  3. Melde dich damit an.

Du siehst die Bedienoberfläche von Marstek BLE Control.

Mit dem Speicher verbinden

  1. Starte in der Oberfläche die Suche nach Bluetooth-Geräten.
  2. Wähle deinen Marstek-Venus-Speicher aus der Liste.
  3. Verbinde dich mit ihm.

Die Oberfläche zeigt Ladezustand sowie Batterie- und Netzleistung deines Speichers. Gleichzeitig können bis zu vier Browser auf die Bridge zugreifen; die Bluetooth-Verbindung wird erst getrennt, wenn der letzte geht.

Ohne Improv: eigener Access Point

Wurde die Bridge auf anderem Weg geflasht oder gab es keine WLAN-Abfrage, öffnet sie ein eigenes, offenes WLAN mit dem Namen Marstek-Bridge-XXXX. Ein Passwort ist nicht nötig. Das gilt ab Firmware v1.3.9; bis v1.3.8 war dieses Netz geschützt, das Passwort lautete marstek-bridge.

  1. Verbinde deinen Rechner oder dein Smartphone mit dem WLAN Marstek-Bridge-XXXX.
  2. Öffne http://marstek-bridge.local/ oder, falls das nicht klappt, http://192.168.4.1/.
  3. Trage dort dein WLAN ein, mit dem die Bridge sich verbinden soll.

Kontrolle

Die Status-LED auf dem Board zeigt ohne Konsole, in welchem Zustand die Bridge ist.

  • Kurzes Flackern beim Einschalten: Die Firmware startet.
  • Ein Blitz alle zwei Sekunden: Die Bridge ist online.
  • Schnelles Blinken: Sie läuft, hat aber kein WLAN.
  • Doppelblitz: Der eigene Access Point ist offen, du kannst dich verbinden und einrichten.
  • Gar nichts: Die Bridge ist nie gestartet, prüfe die Stromversorgung.

Wenn die LED im Takt von zwei Sekunden blitzt und sich http://marstek-bridge.local/ öffnen lässt, ist alles in Ordnung. Dann kannst du das Board an seinen endgültigen Platz beim Speicher bringen und per USB-Netzteil versorgen.

Updates

Die Bridge aktualisiert sich selbst über WLAN, ein erneutes Flashen per Kabel ist nicht nötig. Neue Versionen erscheinen in der Oberfläche mit einem Link zum Changelog; in der Karte „Bridge Firmware“ stößt du das Update an. Die Bridge lädt und installiert die Firmware dann eigenständig. Dafür geht sie ins Internet, um bei GitHub nach Updates zu suchen und sie herunterzuladen; sonst verlässt nichts dein Netzwerk.

Die neue Firmware landet in dem Speicherplatz, aus dem die Bridge gerade nicht läuft, und wird erst gestartet, wenn sie vollständig ist. Ein abgebrochenes Update ändert also nichts. Startet eine Firmware, wird aber nicht erreichbar, fällt die Bridge selbstständig auf die vorherige zurück.

Wenn etwas nicht klappt

Im Browser erscheint keine Schaltfläche oder die Meldung, dass der Browser keine seriellen Ports kann

Du nutzt einen Browser ohne Web Serial. Öffne die Seite in Chrome oder Edge auf einem Rechner.

In der Port-Auswahl erscheint kein Gerät

Meist ist das Kabel ein reines Ladekabel. Probiere ein anderes, das auch Daten überträgt, und stecke es direkt an den Rechner statt an einen Hub. Erscheint der Port weiter nicht, fehlt womöglich der Treiber für den USB-Chip auf dem Board. Auf vielen Boards sitzt ein CP210x von Silicon Labs, auf günstigen Nachbauten oft ein CH340; beide Hersteller bieten die Treiber zum Herunterladen an. Unter Windows siehst du im Geräte-Manager unter „Anschlüsse (COM & LPT)“, ob beim Einstecken ein neuer Eintrag erscheint. Unter Linux muss dein Benutzer in der Gruppe dialout sein.

Der Installer verbindet nicht oder bricht ab

Schließe andere Programme, die den Port offen halten, etwa ein serielles Terminal oder die Arduino-IDE, und lade die Seite neu. Halte bei Boards, die nicht automatisch in den Flash-Modus gehen, die Taste BOOT gedrückt, klicke auf „Verbinden und installieren“, wähle den Port und lass BOOT los, sobald die Installation beginnt. Probiere zudem ein anderes USB-Kabel oder einen anderen USB-Anschluss, denn eine schwache Stromversorgung bricht das Schreiben gern mittendrin ab.

Das Board hat keinen Auto-Reset (zum Beispiel ESP32-CAM)

Solche Boards brauchen GPIO0 auf GND, während du Reset drückst und bevor du auf „Verbinden und installieren“ klickst. Nach dem Flashen trennst du die Verbindung zu GND wieder und drückst Reset.

Das Passwort-Fenster ist abgelaufen

Das Passwort lässt sich nur in den ersten zehn Minuten nach dem Start setzen. Starte die Bridge neu, indem du das Board kurz vom Strom trennst, und öffne die Adresse erneut.

Die Bridge verbindet sich nicht mit dem WLAN

Ein ESP32 funkt im 2,4-GHz-Band; prüfe, dass dein WLAN dieses Band anbietet. Schnelles Blinken der LED heißt, dass die Bridge läuft, aber kein WLAN hat. Nutze den Access Point Marstek-Bridge-XXXX, um die Zugangsdaten neu einzutragen.

Die Bridge startet nicht oder startet ständig neu

Boards wie das ESP32-CAM haben eine schwache 5-V-Schiene, die beim Start des Funkmoduls einbricht. Deshalb ist die Sendeleistung ab Werk niedrig begrenzt. Nimm ein solides Netzteil und ein kurzes, gutes Kabel.

Voraussetzungen

  • ESP32-Entwicklungsboard mit USB-Anschluss, zum Beispiel ESP32-DevKitC (WROOM-32) mit 4 MB Flash
  • USB-Kabel mit Datenleitungen
  • Rechner mit Chrome oder Edge
  • Name und Passwort deines WLANs (2,4 GHz)
  • Ein Marstek-Venus-Speicher in Bluetooth-Reichweite des Boards

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