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AmberChest auf Synology installieren

AmberChest über den Container Manager einer Synology-NAS einrichten: Ordner anlegen, Projekt erstellen, IMAP-Postfach hinzufügen und die Sicherung automatisieren.

Diese Anleitung installiert AmberChest über den Container Manager einer Synology-NAS. Am Ende läuft die Weboberfläche auf Port 8484, und deine IMAP-Postfächer werden automatisch als .eml-Dateien in einem Ordner auf dem NAS gesichert. Die Bezeichnungen folgen der deutschen DSM-Oberfläche (DSM 7).

Vorbereitung

Container Manager installieren

  1. Öffne in DSM das „Paketzentrum“.
  2. Klicke links auf „Alle Pakete“.
  3. Suche über die Suchleiste nach „Container Manager“.
  4. Klicke auf „Installieren“.

Danach erscheint „Container Manager“ im Hauptmenü. Wird das Paket im Paketzentrum nicht angezeigt, unterstützt dein Modell es nicht oder deine DSM-Version ist zu alt. Die Modellliste steht auf der Synology-Paketseite; sie umfasst vor allem Plus-Modelle. Bei Neuinstallation des Pakets legt DSM den freigegebenen Ordner docker an. Prüfe in „Dateistation“, ob er vorhanden ist.

Freigegebenen Ordner docker anlegen (nur falls er fehlt)

  1. Öffne die „Systemsteuerung“.
  2. Gehe zu „Freigegebener Ordner“.
  3. Klicke auf „Erstellen“ und dann auf „Freigegebenen Ordner erstellen“.
  4. Gib als Namen docker ein, wähle das Volume und schließe den Assistenten ab.

Unterordner anlegen

  1. Öffne die „Dateistation“.
  2. Öffne den freigegebenen Ordner docker.
  3. Lege dort einen Ordner amberchest an (Schaltfläche „Erstellen“ › „Ordner erstellen“).
  4. Lege in amberchest zwei weitere Ordner an: config und archive.

In config landen die verschlüsselten Einstellungen und der Suchindex, in archive die gesicherten Mails. Willst du die Mails lieber in einem anderen freigegebenen Ordner mit mehr Platz ablegen, lege archive dort an und passe den Pfad unten an. Auf dem NAS selbst heißen die Pfade /volume1/docker/amberchest/config und so weiter; die Nummer im Volume-Namen kann abweichen, wenn dein Ordner nicht auf Volume 1 liegt. Je nach Version können Bezeichnungen leicht abweichen.

Installation

  1. Öffne den „Container Manager“.
  2. Klicke in der Seitenleiste auf „Projekt“.
  3. Klicke oben auf „Erstellen“.
  4. Gib bei „Projektname“ amberchest ein.
  5. Klicke bei „Pfad“ auf „Durchsuchen“ und wähle den Ordner docker/amberchest.
  6. Wähle bei „Quelle“ die Möglichkeit, eine docker-compose.yml mit dem Editor zu erstellen.
  7. Füge den Inhalt des folgenden Kastens in den Editor ein.
  8. Ersetze in der Datei HIER-MASTER-PASSWORT durch ein eigenes langes Passwort. Es verschlüsselt alle Zugangsdaten deiner Postfächer, und es gibt keine Wiederherstellung – bewahre es an einem sicheren Ort auf
  9. Ersetze HIER-PASSWORT-FUER-DIE-OBERFLAECHE durch das Passwort, mit dem du dich später an der Weboberfläche anmeldest
  10. Klicke auf „Weiter“.
# AmberChest – sichert deine IMAP-Postfächer als .eml-Dateien
services:
  amberchest:
    image: ghcr.io/sphings79/amberchest:latest   # fertiges Image (amd64 und arm64)
    container_name: amberchest
    restart: unless-stopped                      # startet nach einem Neustart des Servers wieder
    ports:
      - "8484:8484"                              # Weboberfläche: http://IP-DES-SERVERS:8484
    volumes:
      - /volume1/docker/amberchest/config:/config
      - /volume1/docker/amberchest/archive:/archive
    environment:
      AMBERCHEST_MASTER_PASSWORD: "HIER-MASTER-PASSWORT"             # verschlüsselt deine Zugangsdaten, keine Wiederherstellung!
      AMBERCHEST_UI_PASSWORD: "HIER-PASSWORT-FUER-DIE-OBERFLAECHE"   # Anmeldung an der Weboberfläche
      AMBERCHEST_CRON: "0 3 * * *"               # automatische Sicherung jeden Tag um 03:00 Uhr (Zeile entfernen = nur manuell)
      TZ: Europe/Berlin                          # Zeitzone, nach der sich der Zeitplan richtet

Enthält ein Passwort ein Dollarzeichen, schreibe es in der Compose-Datei doppelt ($$), sonst liest Compose es als Variable. Passwörter mit Sonderzeichen setzt du in Anführungszeichen, wie in der Vorlage.

  1. Lass die Option für das Webportal (Web Station) ausgeschaltet und klicke auf „Weiter“.
  2. Kontrolliere die Zusammenfassung und aktiviere, dass das Projekt nach dem Assistenten gestartet wird.
  3. Klicke auf „Fertig“.

DSM lädt das Image und startet das Projekt. Das dauert einige Minuten. Anschließend steht das Projekt amberchest in der Liste mit dem Status „Wird ausgeführt“ (die genaue Beschriftung kann abweichen). Ist die DSM-Firewall aktiv (Systemsteuerung › Sicherheit › Firewall), erlaube den Zugriff auf Port 8484 aus deinem Heimnetz.

Einrichtung in der Weboberfläche

Beim ersten Öffnen verlangt die Oberfläche das Passwort, das du als AMBERCHEST_UI_PASSWORD eingetragen hast. Das Master-Passwort kommt im Container aus der Compose-Datei und wird nicht in der Oberfläche abgefragt. Danach legst du dein erstes Postfach an.

  1. Öffne im Browser http://IP-DES-SERVERS:8484 (Platzhalter: die IP-Adresse deines Servers, im Beispiel 192.168.1.50).
  2. Gib bei „Anmelden“ das Oberflächen-Passwort ein und klicke auf „Anmelden“.
  3. Klicke in der Seitenleiste auf „Konto hinzufügen“.
  4. Trage bei „Anzeigename“ eine Bezeichnung ein, zum Beispiel „Privat“.
  5. Trage bei „E-Mail-Adresse“ deine Adresse ein.
  6. Trage bei „Server“ den IMAP-Server deines Anbieters ein (steht in der Hilfe deines Mailanbieters, meist so ähnlich wie imap.anbieter.de).
  7. Wähle bei „Verschlüsselung“ „SSL/TLS (993)“, sofern dein Anbieter nichts anderes vorgibt.
  8. Trage „Benutzername“ und „Passwort“ deines Postfachs ein.
  9. Klicke auf „Verbindung testen“.

Bei Erfolg erscheint „Verbindung erfolgreich“ und die Zahl der gefundenen Ordner. Bei Fehlern stimmt meist Server, Port oder Passwort nicht. Gmail und Microsoft 365 nehmen für IMAP kein normales Passwort mehr an; für sie gibt es die Anmeldeart OAuth, die in der Projektdokumentation beschrieben ist.

  1. Klicke auf „Speichern“.
  2. Wähle im Dialog „Ordner auswählen“ die Ordner, die gesichert werden sollen. Papierkorb, Spam und Entwürfe sind zunächst abgewählt.
  3. Klicke auf „Speichern und sichern“.

Jetzt läuft die erste Sicherung. Der Fortschritt erscheint live in der Oberfläche; bei großen Postfächern dauert sie entsprechend lange. Auf dem Server wird nichts gelöscht und nichts als gelesen markiert. Ab jetzt sichert AmberChest nach dem Zeitplan aus AMBERCHEST_CRON automatisch, im Beispiel täglich um 03:00 Uhr.

Kontrolle

  1. Öffne im Container Manager den Bereich „Container“.
  2. Wähle den Container von AmberChest (sein Name beginnt mit amberchest) und öffne die „Details“.
  3. Wechsle zum Tab „Protokoll“.

Der Container sollte laufen, und im Protokoll erscheinen Startmeldungen ohne Fehler. Nach der ersten Sicherung liegt im Ordner docker/amberchest/archive ein Verzeichnis pro Postfach. Pro Postfach legt AmberChest im Archivordner ein Verzeichnis an, darin liegt jede Nachricht als eigene .eml-Datei im Ordnerbaum des Postfachs. Die Dateien lassen sich mit Thunderbird, Apple Mail oder Outlook öffnen.

Updates

Einstellungen und Archiv liegen in Ordnern auf dem NAS, nicht im Container. Beim Update werden nur der Container und das Image ersetzt. Der Container Manager beschreibt für Projekte keinen festen Update-Ablauf; deshalb zwei Wege.

Weg A: in DSM

  1. Öffne im Container Manager den Bereich „Projekt“, markiere amberchest und wähle „Aktion“ › „Beenden“.
  2. Wähle „Aktion“ › „Bereinigen“. Das entfernt nur den Container; deine Daten bleiben in den Ordnern unter docker/amberchest erhalten.
  3. Öffne den Bereich „Image“, markiere das Image ghcr.io/sphings79/amberchest und aktualisiere es über die Aktion „Aktualisieren“.
  4. Markiere wieder das Projekt und wähle „Aktion“ › „Erstellen“.
  5. Wähle „Aktion“ › „Starten“.

Weg B: per SSH

Aktiviere SSH unter „Systemsteuerung › Terminal & SNMP“ (Tab „Terminal“, „SSH-Dienst aktivieren“) und melde dich mit einem Administrator-Konto an. Der Befehl docker compose steht in aktuellen Container-Manager-Versionen zur Verfügung.

cd /volume1/docker/amberchest
sudo docker compose pull
sudo docker compose up -d

Schalte SSH danach wieder ab, wenn du es sonst nicht brauchst.

Wenn etwas nicht klappt

  • „Container Manager“ fehlt im Paketzentrum: Dein Modell oder deine DSM-Version wird nicht unterstützt. Die Pakete setzen für ältere Versionen eine ältere DSM-Stufe voraus.
  • Das Projekt startet nicht und meldet einen Portkonflikt: Ein anderer Dienst belegt Port 8484. Ändere in der Compose-Datei "8484:8484" zu "8485:8484" und rufe die Seite auf Port 8485 auf.
  • Die Seite ist vom PC aus nicht erreichbar: Prüfe die DSM-Firewall und die IP-Adresse des NAS.
  • Ordner nicht gefunden oder Zugriff verweigert: Prüfe, ob config und archive existieren und die Pfade mit deinem Volume übereinstimmen (/volume1/…). Der Container richtet die Besitzer von /config und /archive selbst auf PUID/PGID (Standard 1000) ein. Kommst du in der Dateistation nicht an die Dateien, setze PUID und PGID auf die IDs deines Benutzers (SSH: id DEIN-BENUTZER).
  • Wenig Arbeitsspeicher: AmberChest enthält Chromium für den PDF-Export und ist deshalb nicht klein. Das Image gibt es für amd64 und arm64.
  • Master-Passwort vergessen: Es gibt keine Wiederherstellung; bereits gesicherte .eml-Dateien bleiben lesbar.
  • Klicke nicht auf „Löschen“ am Projekt, solange Daten nicht gesichert sind.

Voraussetzungen

  • Eine Synology-NAS mit DSM 7, die den Container Manager unterstützt
  • Ein Administrator-Konto in DSM
  • Genug freier Speicherplatz auf dem NAS für die gesicherten Mails
  • IMAP-Zugangsdaten deines Postfachs (Server, Benutzername, Passwort)

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